| Modulbezeichnung |
Entwicklung resilienter Elektroniksysteme |
| Modulkürzel |
EL206 |
| Modulniveau |
Master |
| Verwendung des Moduls |
Pflichtmodul der Gruppe B |
| Leistungspunkte |
5 ECTS |
| Präsenzzeit |
4 SWS |
| Studienbelastung |
150 h = 60 h Präsenz + 90 h Selbststudium |
| Studiensemester |
1. oder 2. Semester |
| Häufigkeit |
i.d.R. jährlich, im Sommer |
| Dauer |
ein Semester |
| Geplante Gruppengröße |
typisch 30, maximal 48 |
| Sprache |
deutsch (teilweise englische Unterlagen) |
| Modulverantwortung |
Prof. Dr.-Ing. Markus Plattner |
| Lehrende |
Prof. Dr.-Ing. Markus Plattner |
| Lehrformen |
Seminaristischer Unterricht mit Tutor-Übung und Projektarbeit |
| Medien |
CAE-Tools, Laborgeräte, SoC-Entwicklungsboards |
| Prüfungsform |
Modularbeit (50 %) und schriftliche Prüfung (50 %) |
Nach Teilnahme des Lehrmodules kennen die Studierenden
den Entwicklungsprozess elektronischer Geräte und Systeme im Detail und
können eine Entwicklungsplanung entsprechend dem
gesamten Produktlebenszyklus inklusive
Anforderungsmanagement, Design, Entwicklung, Verifikation, Qualifizierung und Verwendung erstellen.
Die Studierenden sind in der Lage, elektronische Geräte
basierend auf eingebetteten Systemen für industrielle Anwendungen zu entwickeln.
Sie verstehen die Zusammenhänge in System-on-Chips (SoCs) und
können weiterführende Anwendungen damit entwickeln.
Sie kennen die Umgebungseinflüsse
(u.a. Temperatur, Feuchte, Vibration, EMV/ESD, Vakuum, Strahlung) und
deren Effekte auf Hardware und Software.
Sie können elektronische Systeme hinsichtlich ihrer Einsatzfähigkeit unter industriellen und anspruchsvollen Umweltbedingungen bewerten.
Die Studierenden können Entwicklungsprozesse
strukturieren, modellieren und dokumentieren.
Sie können geeignete Methoden zur Analyse und Verifikation von
Anforderungen anwenden und
moderne Werkzeuge für
Schaltungsentwurf, Simulation, Layouterstellung und Testplanung nutzen.
Sie können aus Entwurfs- und Testergebnissen auf Systemzuverlässigkeit schließen und technische Risiken bewerten.
Die Studierenden beherrschen grundlegende Methoden der Zuverlässigkeitsanalyse
(FMEA, FTA, Derating, FDIR) sowie
des Konfigurationsmanagements und der Produktsicherung.
Sie können eine Gerätespezifikation ableiten,
Designentscheidungen technisch begründen und
Entwicklungs- und Testpläne erstellen.
Zur Verifikation und Validierung der Ergebnisse wenden die Studierenden
Analyse- und Testverfahren an.
Die Studierenden können selbstständig an komplexen Entwicklungsaufgaben arbeiten,
ihre Arbeitsschritte planen,
Entscheidungen treffen und Ergebnisse verantworten.
Sie verstehen technische und organisatorische Zusammenhänge
im Produktentstehungsprozess.
Die Studierenden können in Teamarbeit mit 2 – 3 Teammitgliedern
ein vollständiges technisches System entwickeln und
Verantwortlichkeiten für Teilbereiche untereinander aufteilen.
Sie verstehen die Notwendigkeit technischer Kommunikation und
kennen Peer-Review-Prozesse.
Das Lehrmodul besteht aus seminaristischem Unterricht,
Tutorübungen und einem semesterbegleitenden Projekt.
Das Modul orientiert sich an der Entwicklung eines elektronischen Systems
für einen konkreten Anwendungsfall,
z.B. für eine industrielle oder Satellitenanwendung.
Im Projekt werden die theoretischen Inhalte der Vorlesung praktisch angewendet.
Ein Evaluationsboard als SoM (System-on-Module) wird
in seiner Hard- und Softwarearchitektur analysiert.
Methoden des Hardware-Software-Codesigns werden verwendet,
um die Funktionalität des SoM zu erweitern.
Dazu entwickeln die Studierenden ein Aufsteck-PCB und
integrieren dieses durch die Programmierung des SoC (System-on-Chip)
in die existierende Architektur.
Durch Peer-Review-Phasen werden Feedback- und Kommunikationskompetenzen gefördert.
Abschnitt A Entwicklungsprozess, Methoden, Systems Engineering
- Produktlebenszyklus und Produktphasen
- Anforderungs- und Verifikations-Engineering
- Machbarkeits- und Kostenanalysen, Preisbildung, Markteinführung
- Spezifikation, Konzeptentwurf, Entwicklungsplanung
- Design-Analysen, Produktsicherung und Zertifizierung (z. B. CE)
- Zuverlässigkeitsanalysen (Ausfallraten, WCA, Derating, FDIR, FMEA, FTA)
- Konfigurationsmanagement, Schnittstellenkontrolle
Abschnitt B Technische Entwicklung, Engineering
- Analyse von Umgebungsbedingungen und Ableitung spezifischer Anforderungen
- Auswirkung von Umgebungsbedingungen auf elektronische Systeme und Daten
- Autonomer Betrieb, Erkennung von Abweichungen im Ablauf
- System-on-Chip (SoC) und System-on-Module (SoM) Überblick
- Bewertung des Evaluationboards bzgl. Hardware- und Softwarearchitektur
- Leiterplattenentwurf (Schaltplan, Layout, DRC, BoM, Fertigungsdaten)
- Programmierung SoC/SoM-basierter Systeme: Prozessorarchitektur (CPU/FPGA),
IP-Integration, Busarchitekturen (AMBA, AXI), SoftCores und deren Integration
- Mechanik, Struktur und Thermal Design elektronischer Baugruppen und Gehäuse
Abschnitt C Verifikation und Test
- Testplanung: Testbarkeit (DfT), Ableitung von Testanforderungen,
Definition von Akzeptanzkriterien
- Testaufbau, Testdurchführung und Verifikation von Anforderungen (Testsetup, Testprozedur)
- Testdatenauswertung und Visualisierung
Praktische Umsetzung, (Projektarbeit)
In Teams von 2 – 3 Studierenden wird ein
elektronisches Gerät entwickelt und realisiert.
Dazu erhalten die Teams eine SoC-basierte Entwicklungsplattform
(z. B. PolarFire SoC Discovery Kit).
Sie erstellen eine Spezifikation und ein Design,
entwickeln eine Erweiterungsplatine im MikroBus Formfaktor und
integrieren die zusätzliche Funktionalität in HW und SW.
An der entwickelten HW/SW Baugruppe wird die
Verifikation der Anforderungen durchgeführt.
Grundlagen der Elektronikentwicklung und Programmierung aus dem Bachelorstudium, Kenntnisse über die Funktionsweise von Mikrocontrollern, FPGAs, Speichern, Kommunikationsbussen.